Auf der Suche nach dem Apfelmuß

Glück

Glück ist wie ein kleines Wunder 
Doch es kommt von Gott allein 
Glück macht auch Dein Leben bunter 
Jedes Mal tagaus, tagein

Glück sind selbst die kleinen Dinge 
Glück ist auch ein kleiner Gruß 
Selbst wenn jemand für Dich singe 
Oder auch mein Apfelmuß

Das ist ein Kindergedicht meiner Tochter, geschrieben, als sie noch kleiner war. Ich habe mir gewünscht, dass sie es für mich abschreibt und rahmt. Es hängt nun an meiner Wand. Was für ein besonderes Geschenk!

Irgendwie suchen wir alle nach diesem Glück und es soll dann möglichst bleiben und nicht mehr gehen. Wenn wir es endlich gefunden haben, werden wir es festhalten können?

Herbert Grönemeyer hat es einmal in einem Liedtext als ultraleichtes Gas bezeichnet. Und das beschreibt es für mich so gut, wir können es nicht fassen und es ist in diesem einen Moment da. Hoffentlich sind auch wir gerade im hier und jetzt, die Antennen auf Empfang, bereit zum Genießen.
Diese kurzen Glücksmomente sind so besonders, es überflutet uns und raubt auch manchmal den Atem, überwältigend, unbeschreiblich, wunderschön und eben ein Geschenk. Aber kann es wirklich nur diese kurze Zeit sein, die sich nicht einfangen und festhalten lässt?

Viele Menschen warten auf das Glück: einmal frei sein, einmal reich sein (ist der Lottogewinn wirklich so erstrebenswert?), einmal reisen, einmal berühmt sein, einmal den richtigen Partner …
Es gibt Songs über dieses Sehnen, Schlager wie „Ich war noch niemals in New York“.

Oft hat Glück mit Reichtum, Status, Karriere zu tun, aber auch mit Verlorenem, verpassten Chancen, Schicksalsschlägen, die uns scheinbar das Glück rauben. Vielleicht verbieten wir uns auch selbst das Glück? Für mich gibt es das nicht mehr.
Ein Warten auf ein Ereignis hat eingesetzt: Wenn es doch so wäre, dann wäre ich glücklich; oder Resignation, Selbstmitleid für etwas nicht Änderbares. Müssen es denn wirklich diese Dinge sein oder ist es wie in dem Gedicht meiner Tochter? Was ist Dein ganz persönlicher Apfelmuß 😉 ?

Aber vielleicht hat es ja auch gar nicht so viel mit unseren Umständen zu tun? Wir haben sicher schon alle erlebt, dass nach der Erfüllung eines materiellen Wunsches eine Gewöhnung einsetzt. Nehmen wir das Geschenk noch wahr oder ist es gewöhnlich geworden? Ist die Freude darüber noch da? Was wäre, wenn der Mann tatsächlich nach New York gegangen wäre, hätte der Schritt nicht auch viel Leid gebracht?

Der römische Kaiser und Philosoph Marc Aurel hat vor fast 2000 Jahren gesagt:

Das Glück im Leben hängt von den guten Gedanken ab, die man hat. Marc Aurel

Tatsächlich haben nun Forscher herausgefunden, dass in unserem Gehirn Verbindungen in positive oder negative Bahnen entstehen. Denke ich dauerhaft immer negativ, werde ich dies in einer neuen Situation wieder so tun, weil sich diese Denkmuster entwickelt haben. 

In der Bibel steht zum Thema Gedanken Folgendes: 

„Mehr als alles andere achte auf deine Gedanken. Sie entscheiden über Dein Leben.“ 
Sprüche 4,23 Übersetzung Hoffnung für Alle

Erstaunlich, dass diese alten Aussagen nun wissenschaftlich belegt werden können. Ich habe das an mir auch festgestellt, wenn ich Tage der Traurigkeit, des Selbstmitleids habe, ist der Sinn geraubt, das Fühlen bleischwer und in grauen Farben getaucht. Irgendwie ist es eine Herausforderung gute Gedanken zu fassen. Solche Tage der Klage sind wichtig, aber wenn die Gedanken nur noch in eine negative Richtung gehen, dann ist Vorsicht angesagt.

Wir leben in unserem Alltag mit dem vollen Programm an Herausforderungen, ganz individuell für jeden Einzelnen. Man neigt dazu von Auszeit zu Auszeit zu leben, man beginnt die Tage, bis zum nächsten Wochenende, zu zählen oder die Wochen bis zum nächsten Urlaub.
Sind die Alltagszeiten nicht auch ein Geschenk, dass uns herausfordert, das Schöne darin zu entdecken und gute Gedanken zu suchen? Kann hierin nicht auch Glück liegen, diese echten kleinen Momente? 

Es gibt für Christen in Deutschland in jedem Jahr eine Jahreslosung. Für 2014 war dies folgender Vers:

„Gott nahe zu sein, ist mein Glück.“ 
Psalm 73,28 Einheitsübersetzung, Jahreslosung 2014

Wieder ein Bibelvers, der zunächst verschlossen bleibt, unverständlich ist.
Mich hat er sehr herausgefordert. Glück nur an die Nähe zu Gott festmachen, nicht an mir, meinen Erwartungen oder sich irgendwann ändernden Umständen? Kann ich Gott nahe kommen und wie wird dies dann sein?
Ich kann nur sagen, dass diese Nähe wunderbar ist, wenn man sie erleben darf:
ein Aufatmen, ein tiefer Friede, ein Angekommen sein, Geborgenheit, Wärme; etwas Kostbares, dass ich nicht mehr verlieren möchte; echte Freiheit, das Wiederfinden von Urvertrauen: „Gott ist gut!“, eine Sehnsucht immer in seiner Nähe zu sein usw.
Diese Nähe berührt tief und ist nicht in Worte zu fassen. Sie beginnt dort, wo Glaube anfängt, eine Abkehr von der Selbstzentriertheit, ein Aufschauen, ein Loslassen, ein Heilwerden, ein Akzeptieren der eigenen Begrenztheit.

Es ist aber auch ein Entschluss zum Glücklichsein, sich nicht den eigenen Umständen unterzuordnen, ein Aufbruch aus den trüben und dunklen Gedanken. Jesus will uns auch DAVON befreien, Glücksmomente trotz der Umstände schenken.
Ich kann nur sagen, dass seit meinem Glücksentschluss, die wunderbaren Momente immer mehr werden. Sie sind auch ganz anders als erwartet und überall, zu jeder Zeit zu finden. Ich finde sie am Arbeitsplatz, im Blog, in der Hoffnung, anderen Mut zu machen, in wunderbaren Erlebnissen mit der Familie, in einem Lächeln im Vorbeigehen, in einem Klopfen auf die Schulter, in einer Umarmung, in einem Danke, im Dasein für andere, auf dem alten klappernden Fahrrad, im Aushalten des Alleinseins, im Standpunkt vertreten gegen den Hass, in der Musik, im Geige lernen, im Singen, in meiner Chorzeit, in echten Freundschaften, in der DANKBARKEIT, in meiner Bibel, in den besonderen Gottesmomenten, in meinen erlebten persönlichen Wundern, im bei mir sein … Ich könnte noch so viel auflisten und bin gerade beim Schreiben selbst von den vielen Momenten dieses kleinen Glücks überrascht, beschenkt, sprachlos, staunend, tief berührt.

Erstaunlich – es sind ganz persönliche Dinge, die nichts mit dem Glücksverständnis in unserer Gesellschaft zu tun haben, aber für mich ganz viel mit Gottes Nähe.

Gott ist in diesem Moment da. Wir müssen nur innehalten, die Zweifel wegwerfen und uns beschenken lassen. Vielleicht staunst Du dann auch über Deine Liste vom Glücklichsein. 

Sei behütet!

4 Replies to “Auf der Suche nach dem Apfelmuß”

    1. Vielen Dank für den lieben Kommentar. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du Gottes Nähe erfährst, Hilfe und auch wieder Freude findest.

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